Qualitätssicherung in Agenturen

 

Die Methoden der Qualitätssicherung sollten in jeder Agentur bekannt sein - ihr Einsatz ist jedoch von Agentur zu Agentur sehr unterschiedlich ausgeprägt. Da Agenturen im Normalfall nicht mit einem echten Qualitätsmanagement arbeiten, wie es z.B. nach ISO 9001 definiert ist, wollen wir im Folgenden einen kurzen Überblick über die Methoden geben, häufig zum Einsatz kommen. In einem zweiten Artikel gehen wir speziell auf die Qualitätssicherung in der Softwareentwicklung ein, die vom normalen Agenturgeschäft deutlich abweichen kann.

Briefings

Briefings werden vom Projektleiter nach Auftragserteilung vorbereitet und zeitnah durchgeführt. Dabei wird das Projektteam umfassend über das anstehende Projekt informiert. Vom Grafiker, FrontEnd Entwickler, Backend Programmierer bis zum Texter bekommen alle Beteiligten die notwendigen Informationen, um das Projekt gemeinsam umsetzen zu können. Falls ein KickOff Meeting mit dem Kunden geplant ist, kann dies auch in großer Runde mit dem gesamten Projektteam erfolgen.

Bei Davitec legen wir im Briefing besonderen Wert darauf, dem Projektteam auch detaillierte Hintergrundinformationen zum Kunden und dessen Positionierung am Markt zu geben. Ziel dieser erweiterten Briefings ist es, dass das Team die Sichtweise und Wünsche des Kunden im Projektverlauf besser einordnen kann. Das Briefing wird damit zu einem wesentlichen Baustein für den Projekterfolg.

Debriefings

Oft unterschätzt, ist das Debriefing aus unserer Sicht mindestens so wichtig wie das Briefing. Hier hat das Projektteam zum Projektabschluss bewusst die Aufgabe und die Möglichkeit, im Projekt gemachte Erfahrungen - positive wie negative - einem gemeinsamen Review zu unterziehen. Diese "Lessons learned" sind aus unserer Sicht das zentrale Element, um die Qualität der Dienstleistung kontinuierlich zu verbessern.

Die Debriefings können dabei formal im Rahmen eines KanBan oder Kaizen Ansatzes erfolgen. Allein der Umstand, dass eine solche Reflektion am Projektende stattfindet, führt bereits zur Verbesserung. Je nach Unternehmensgröße ist es sinnvoll, die Ergebnisse dieses Reviews schriftlich festzuhalten und damit anderen Mitarbeitern, die nicht zum Projektteam gehörten, zugänglich zu machen.

Ticketsystem

Über das Ticketsystem werden im laufenden Projekt kleinteilige Aufgaben kategorisiert und priorisiert. Die Verwendung eines Ticketsystems ermöglicht viele Vorteile und sorgt für Qualität im Projekt. Etwas “zu vergessen” ist damit ausgeschlossen. Gerade in Time & Material Projekten ist es sinnvoll, wenn Sie als Auftraggeber ebenfalls in das Ticketsystem eingebunden sind. Wir haben sehr gute Erfahrung damit, dass auf Kundenseite abteilungsübergreifende Abstimmungen zu Details direkt im Ticketsystem stattfinden. So ist der jeweilige Entscheidungsstand für alle Projektbeteiligten transparent, sowohl beim Kunden als auch bei Ihrer Agentur.

Workspaces

Im Content Management ist es üblich, die Rechte der BackEnd Nutzer, Redakteure, zu beschränken, um eine höhere Qualität zu erzielen. Mit TYPO3 können Sie zudem einen Freigabeprozess für Inhalte etablieren, die Workspaces. Der Redakteur erstellt einen Text, der Chefredakteur kann diesen zurückweisen oder freigeben. Erst nach Freigabe erscheint der Text im FrontEnd der Webseite. Sinnvoll ist dieses Vorgehen immer dann, wenn Sie eine ganze Reihe von Mitarbeitern, auch externe, mit dem Erstellen von Inhalten betrauen und den Überblick behalten wollen, welche Änderungen online gehen. Innerhalb der Agentur kann dieses Vorgehen ebenfalls angewendet werden: Beispielsweise bei einem Relaunch Ihrer Unternehmensseite und falls externe Texter oder Übersetzer hinzugezogen werden.

Dev Boards

Entwicklungsboards, egal ob als klassisches WhiteBoard mit Zettel und Markern oder als WebApp, sind eine gute Möglichkeit, den aktuellen Projektstand auf einen Blick zu erfassen. Je nach Methode, ob KanBan, Scrum oder Wasserfall, sehen die Dev Boards stark unterschiedlich aus. Falls die Dev Boards mit dem Ticketsystem gekoppelt werden, ist das zudem eine große Arbeitserleichtung für den Projektleiter, denn er hat nun den Projektstand zu jedem Zeitpunkt auf einen Blick vor sich.

Frontend Testing

Auch für das FrontEnd gibt es analoge Ansätze für automatisierte Tests wie bei den Unit Tests für Programm-Code, diese sind ebenfalls sehr teuer. Das Frond-End selbst ist aber nicht nur Funktion, hier kommt auch die Optik ins Spiel. Das Gefühl für korrekte Optik haben jedoch nur Menschen, entsprechend ist die Sichtprüfung für die meisten Webseitenbetreiber der Normalfall. Ein großes Problem sind hier die Browser Kompatibilitäten und die Vielzahl von Endgeräten. Dem kann man am besten durch die Verwendung von sauberem HTML / CSS vorbeugen. Vor allem die Abwärtskompatibilität für ältere Internet Explorer Varianten kann schnell teuer werden, wenn gleichzeitig modernste Technologien für höchste Performance auf mobilen Endgeräten zum Einsatz kommen sollen.

Arbeitet ein Entwickler über mehrere Wochen an einem Webshop, kann eine gewisse Betriebsblindheit einsetzen. Die Sichtprüfung sollten dann andere, unvoreingenommene Personen durchführen, die den Webshop aus Nutzersicht testen. Vor allem mit einem Ticketsystem erfolgt die Sichtprüfung sehr professionell und effizient durch Nicht-Entwickler.


Im Übersichtsartikel Qualitätssicherung in der Softwareentwicklung finden Sie darüber hinaus folgende Methoden:

  • Versionierung
  • Staging
  • Local Dev
  • Units Tests