Wasserfallmodell

Der lineare Projektablauf

Eine lineare Vorgehensweise, entsprechend dem Wasserfall-Modell, wird von den meisten Agenturen bevorzugt. Bei technisch geprägten Projekten folgt der Ablauf einem typischen Muster:

 

Aufträge, deren Fokus auf Kreativität liegt, werden in der Regel in andere Schritte geteilt:

Die Übergänge zwischen den Phasen werden als Meilensteine bezeichnet. Sie dienen der Zeitplanung und werden gern mit einem Datum versehen. Ein professionelles Projektmanagment plant zum einen mit Puffern und informiert sie zum anderen frühzeitig, falls Deadlines in Gefahr geraten und ergreifen entsprechende Gegenmaßnahmen.

Das Wasserfallmodell ist historisch gewachsen und entsprechend weit verbreitet. Für Online-Projekte in Projektteams hat es jedoch einige signifikante Schwächen:

  • Jeder Prozessschritt muss eventuelle Fehler des vorherigen ausbügeln
  • Prozess-übergreifendes Vorausdenken ist notwendig. Je nach Prozessschritt werden jedoch unterschiedliche Qualifikationen benötigt. Dies stellt sehr hohe Anforderungen an die Fähigkeiten der Mitarbeiter!
  • Sind Briefings und Konzepte ungenau, entstehen Mehraufwände in der Umsetzung
  • Werden Änderungswünsche oder Fehler erst spät im Prozess entdeckt, werden diese Change Requests sehr aufwändig und empfindlich teuer.
  • Die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Agentur findet meist nur zu den Meilensteinen und Übergabepunkten statt. Informationen werden daher im Laufe des Projektes ungenau weitergegeben und verfälscht.
  • Das wohl größte Problem: Es gibt nahezu kein Agenturprojekt, in dem nicht im Projektverlauf neue Ideen oder geänderte Wünsche des Kunden auftreten. Das Wasserfall-Modell sieht jedoch von Beginn an zu 100% definierte Anforderungen vor - und ist damit gänzlich unflexibel.

Diese systematischen Nachteile des Wasserfalls-Modells führen zu einer hohen Belastungsintensität bei allen Projektbeteiligten. Insbesondere Projektleiter müssen alle Phasen detailliert im Blick behalten und Änderungen umständlich einarbeiten. Gerät dieser an seine Grenzen, kann das Projekt sehr schnell kippen. Kunde und Agentur sind dann unzufrieden.

Diese Risiken lassen sich mit schrittweisem Vorgehen vermeiden: Hierbei wird der Gesamtauftrag in Teilprojekte gesplittet, welche einzeln nach dem Wasserfall-Modell bearbeitet werden. Dieses Vorgehen wird spätestens bei komplexen Projekten unumgänglich. Führt man dieses Aufsplitten konsequent durch, so gelangt man zur Methode der agilen Software-Entwicklung, welche vorallem bei Internetagenturen Standard ist: Hierbei werden in ein- bis zweiwöchigen Code-Sprints Stück für Stück die funktionsfähigen Einzelteile des Projektes realisiert - und somit das nötige Maß an Flexibilität garantiert.