Der agile Festpreis

Nutzenorientierte Entwicklung in Rekordzeit und Höchster Qualität

Bei größeren Projekten ab 20.000 € lassen sich die Vorteile von Festpreis und Time & Material kombinieren. Diese Vertragsform ist der agile Festpreis. Das passende Projektmanagement kann Scrum sein, oder aber das klassisch-iterative Verfahren mit Meilensteinen.

Vertraglich besteht der agile Festpreis zumeist aus zwei Teilen:

  • Dem Angebot mit grober Projektskizze - Project Scope - und kalkuliertem Budget sowie
  • einem Projektvertrag, in welchem die Regeln zur Budgetverwaltung festgelegt werden.

Je nach Komplexität kann der Projektvertrag bei agilem Festpreis einen recht großen Regelkatalog beinhalten. Im Folgenden skizzieren wir einen einfachen Fahrplan sowie Mindestanforderungen für die agile Entwicklung:

Der Project Scope dient dazu, die zum Zeitpunkt des Angebots bekannten Ziele, Skizzen und groben User-Stories (Epics) zusammenzufassen.

  • Der kalkulierte Aufwand beruht auf diesen verfügbaren Informationen, die Preiskalkulation umfasst zudem Pauschalen für Projektleitung/Kommunikation, Tests sowie Puffer und ergibt den Festpreis.
  • Der angebotene Festpreis korrespondiert mit einem Zeitbudget, das im Projektverlauf flexibel umgewidmet werden kann.

Vorgehensweise

  • Zu Projektbeginn wird von den Projektpartnern ein detaillierter Anforderungskatalog erstellt. Dieser kann User Stories oder auch ein technisches Lastenheft beinhalten. Dabei sind sich die Parteien einig, dass zum Zeitpunkt der Erstellung nicht alle Anforderungen bekannt oder im Detail analysiert sind. 
  • Die Anforderungen werden von beiden Parteien einvernehmlich bezüglich Ihrer Wichtigkeit für das Vorhaben bewertet (Must Have, Nice to Have, Punktesystem).
  • Die am höchsten priorisierten Aufgaben werden in der aktuellen Entwicklungswoche im Code-Sprint bearbeitet und ausgeliefert. Danach erfolgt ein Meeting mit dem Kunden die Sprint Review oder Planning, in dem der nächste Arbeitsblock definiert und gegebenenfalls die Priorisierung angepasst wird. Das Projekt soll damit bewusst so verlaufen, dass die Agentur flexibel auf geänderte Wünsche des Auftraggebers eingehen kann. Die geänderten Anforderungen werden wiederum einvernehmlich eingestuft und einsortiert.
  • Der zu Beginn erstellte Anforderungskatalog wird im Projektverlauf, beispielsweise mit Hilfe eines Ticketsystems, weiter gepflegt
  • Im Projektverlauf hat der Auftraggeber jederzeit die Möglichkeit, das bislang verbrauchte Zeitbudget einzusehen.

Projektabschluss

  • Primäres Ziel beider Parteien ist es, mit dem vereinbarten Gesamtaufwand beziehungsweise dem Zeitbudget eine funktionsfähige Lösung zu entwickeln.
  • Die Lösung gilt als funktionsfähig, wenn alle “Must Have” Features erfüllt sind und die gegebenenfalls vereinbarten Akzeptanztests bestehen.
  • Das verbleibende Zeitbudget wird zur Umsetzung von niedriger priorisierten „Nice to Have“ Features verwendet. Die gewählte Priorisierung legt dabei die Umsetzungsreihenfolge bis zum Erreichen der Budgetgrenze fest.
  • Bei Budgets über 100.000€ empfehlen wir zudem die Festlegung eines Steering Boards mit Eskalationsregeln für Streitfälle. Intern sollte die Internetagentur dann entsprechend auch mit den passenden Methoden agiler Entwicklung, wie Scrum, arbeiten.

Dieses Vorgehen bietet dem Auftraggeber die Flexibilität, während des Projekts Änderungen vorzunehmen. Gleichzeitig akzeptiert der Auftraggeber, dass das Projekt durch den Gesamtaufwand definiert ist und möglicherweise einige Nice to Have Features im vereinbarten Zeitbudget nicht realisierbar sind.

Im Gegenzug garantiert die Agentur, dass alle „Must Have“ Anforderungen umgesetzt werden. Die entstehende Softwarelösung wird mit diesem agilen Vorgehen den angestrebten Nutzen erzielen. Die Abrechnung erfolgt zumeist in vorab vereinbarten Budgetschritten nach Aufwand per Zeiterfassung.

Der große Vorteil liegt auf der Hand: Die Softwarelösung wird zielgerichtet auf den angestrebten Nutzen hin entwickelt, durch regelmäßige Meetings kann der Auftraggeber nachsteuern oder Features verändern. Es entsteht für Sie eine Lösung mit maximalem Nutzen, in Rekordzeit und höchster Qualität.

Diese Arbeitsweise eignet sich vor allem, wenn Projektteams über mehrere Code-Sprints hinweg Ihre Lösung erstellen. Damit ergeben sich auch größere Budgets. Bei Projekten unter 20.000 € ist der klassische Festpreis meist die bessere Wahl. Bei Budgets über 20.000€ kommen die Vorteile dieses flexiblen Vorgehens allmählich zum Tragen. Für Budgets mit 50.000€ und mehr ist eine agile Entwicklung aus unserer Sicht sehr sinnvoll.